Ente Turistico del Mendrisiotto e Basso Ceresio - Tessin - Schweiz
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Kantonale Gemäldegalerie Giovanni Züst - Rancate
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Die Kantonale Gemäldesammlung Giovanni Züst beinhaltet Werke von Künstlern, die auf Tessiner Boden vom 17. bis zum 19. Jahrhundert tätig waren. Sie ist eine Pinakothek mit „zwei Seelen“ (so wird sie gern von Jean Soldini definiert): eine, die im Lokalen verankert ist und eine, die weiter ausgreift. Sie nahm ihren Ursprung in der Privatsammlung von Giovanni Züst (Basel 1887 – Rancate 1976). Das der Regierung des Kantons Tessin im Jahre 1966 als Schenkung überlassene Kernstück, das bis heute Bestand hat, besteht aus Werken eines aus Tremona stammenden Malers, Antonio Rinaldi (1816 – 1875). Von ihm sind an die hundert Bilder und über 250 Zeichnungen erhalten.

Das Mendrisiotto (die Gegend um Mendrisio) stellt also die eher lokale Seele der Sammlung dar, vor allem durch das Werk Rinaldis; während die weiter ausgreifende Seele ihren höchsten Ausdruck in den Werken von Serodine und Petrini findet. Von Giovanni Serodine (Ascona oder Rom 1594/1600 – Rom 1630), der von Roberto Longhi als “nicht nur den stärksten Maler des Kantons Tessin, sondern einen der größten des ganzen italienischen Seicento“ bezeichnet wird, besitzt die Pinakothek Züst gleich drei Werke: das Portrait eines Jungen mit gezeichneten Blättern, die Jungfrau Maria der Mercedari und den Heiligen Petrus im Kerker, zweifelsfrei das wertvollste Exponat der Sammlung.

Die Pinakothek befindet sich in dem ehemaligen Pfarrhaus, das restauriert und erweitert wurde vom Architekten Tita Carloni. Sie wurde 1967 eröffnet; im Jahre 1988 wurde sie vorübergehend geschlossen wegen einer grundlegenden Umstrukturierung der Ausstellungsräume seitens des Architekten Claudio Cavadini. Sie wurde 1990 wiedereröffnet. Die Sammlungen erweitern sich konsequent und beständig dank neuer Anschaffungen, Schenkungen und Leihgaben. Des Weiteren widmet sich die Pinakothek Züst der Aufgabe der kulturellen Förderung durch zahlreiche, hochkarätige Wechselausstellungen, die von herausragenden Persönlichkeiten der Kunstwelt betreut werden und ihren Fokus nicht nur auf die Tessiner Malerei haben.
Die Wechselausstellungen verdrängen nicht die ständige Ausstellung - die immer zugänglich ist -, sie unterstreichen eher ihren Wert. Sie wird oft durch Werke aus dem Depot, die nach einem Rotationsprinzip gezeigt werden, oder durch gezielte Ausleihen aus verschiedenen kantonalen Museen erneuert.


Geschlossen bis März.

Temporäre Ausstellungen:
29.03.2009 - 16.08.2009 | FÜLLE UND LEERE
Interieurs historischer Tessiner Häuser, fotografiert von Roberto Pellegrini
Im Jahre 2003 fotografierte Roberto Pellegrini die Interieurs der Casa Avanzini in Curio, im Malcantone: ein altes Patrizierhaus, in dem sich im Laufe der Jahrzehnte Bilder, Möbel, Archivmaterial und Gebrauchsgegenstände angesammelt hatten. Ein Jahr später begab er sich wieder dorthin, um das leere Haus, die entblößten, von Lebensspuren beraubten Räume zu fotografieren. Das war der Ausgangspunkt der Recherchen zur aktuellen Ausstellung.
Es handelt sich um paarweise gegenübergestellte großformatige, analoge Schwarz-Weiß-Fotografien, die Interieurs historischer Tessiner Häuser analysieren und ohne nostalgische Gefühle den Kontrast zwischen vollen und leeren Flächen, zwischen Erlebtem und Vergangenem beschreiben.
Diese Werke – Ausdruck der ästhetischen Suche des Fotografen – sind darüber hinaus Zeugnisse des reichen, auf unserem Boden noch existierenden künstlerischen und historischen Kulturgutes.
Einige der abgebildeten Gegenstände – Gemälde oder Einrichtungselemente – werden in der Ausstellung gezeigt und beziehen so den Besucher unmittelbar mit ein.
01.05.2009 - 31.12.2011 | Antonio Ciseri
Il trasporto di Cristo al sepolcro, 1864-1870
20.09.2009 - 10.01.2010 | VON FATTORI BIS PREVIATI
Eine wiederentdeckte Sammlung, Riccardo Molo, Kunstsammler zwischen der Schweiz und Italien
Der Bestand der Pinacoteca Züst erweitert sich dank Leihgaben aus dem Kern der Sammlung von Riccardo Molo, einem Unternehmer aus einer Tessiner Patrizierfamilie – eine Sammlung, die Werke aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert umfasst.
Im Einklang mit dem kulturellen Einfluss der Zeit zeigte Molos Sammlung einen Querschnitt aus den regionalistischen Schulen, wobei die Werke von Mosè Bianchi, Delleani, Fattori, Fragiacomo, Ciardi besonders hervorzuheben sind. Molo erwarb auch wichtige Werke des bekannten divisionistischen Malers Gaetano Previati, darunter eine erste Version der sehr berühmten Maternità (1891); dem jungen Maler Guido Gonzato, der aus Verona stammend im Tessin ansässig war, stand er als eine Art Mäzen zur Seite. Erstmalig nach dem Ableben von Riccardo Molo werden nun die Gemälde seiner Sammlung zum Forschungsgegenstand und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Ausstellung – Kurator ist Sergio Rebora zusammen mit Paolo Plebani – präsentiert etwa fünfzig Gemälde und Skulpturen aus der Hinterlassenschaft Riccardo Molos und zeigt das Profil seiner Sammlung auf dem Hintergrund der allgemeinen Sammelleidenschaft der Zeit auf. Die Präsenz von Previatis Werke wurde durch weitere Bilder unterschiedlicher Provenienz verstärkt.
WoRancatehttp://www.ti.ch/zuest
 +41 91 646 45 65decs-pinacoteca.zuest@ti.ch
Öffnungs zeitenDienstag-Sonntag14.00 - 18.00
 Montag geschlossen
PreiseErwachseneCHF 8.-- / euro 5.50
 KinderCHF 6.-- / euro 4.--
myswitzerland.comticino.ch