Ente Turistico del Mendrisiotto e Basso Ceresio - Tessin - Schweiz
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Park der Breggia Schluchten www.parcobreggia.ch








 





Der Park der Breggia Schluchten zieht sich auf einer Strecke von etwa 1,5 km dem gleichnamigen Fluss entlang und deckt eine Gesamtfläche von 1,5 km2 in den Gemeinden Balerna, Castel San Pietro, Morbio Inferiore und Morbio Superiore ab.
Der Park wurde in den achtziger Jahren vom Museum für Naturgeschichte geplant. Die Idee war, im Rahmen des kantonalen Richtplans einen Naturpark im unteren Teil des Muggiotals zu errichten.

Im Park gibt es zahlreiche natürliche und durch die Menschen errichtete Sehenswürdigkeiten. Es sind aber die geologischen Besonderheiten, die ihn zu einem der wichtigsten Geotope der Schweiz und zum ersten GeoPark des Landes machen. 
Entlang der Flussstrecke entstand ein natürlicher Querschnitt. Das Wasser hat ein geologisches Profil freigelegt, das fast ununterbrochen vom Jura bis zum Tertiär reicht (über 80 Millionen Jahre).

In den  Schluchten befinden sich zahlreiche Spuren der alten Meere: Felsenschichten mit unzähligen Fossilien, Reste von unterseeischen Lawinen, Beweise für Klimaveränderungen, die stattfanden noch bevor der Mensch auf der Bildfläche erschien, sowie Reste von Vulkanausbrüchen.
Durch diese Funde war es möglich, die Entstehung dieser Gegend (des Beckens des Monte Generoso) in einer weit zurückliegenden Zeit zu rekonstruieren. Eine Zeit, in der die heutigen Alpen noch nicht existierten und die Felsen, aus denen sie heute bestehen, noch Tausende von Metern unter der Erdkruste oder auf dem Boden alter Ozeane lagen. 

Der Park kann sich einer reichen Tier- und Pflanzenwelt rühmen, darunter zahlreiche geschützte Arten oder Arten, die bereits in den roten Listen aufgenommen wurden.
In diesem Gebiet gibt es auch Gebäude von historischem und kulturellem Interesse wie die Rote Kirche (14. Jh.) und das Schloss (12. Jh.), die sich im Hoheitsgebiet von Castel San Pietro befinden, ebenso wie einige Passagen der historischen Strassen.

Die Kirche ist landesweit bekannt. Hier wurden Funde ans Licht gebracht, die auf das Ende des 4. bzw. auf den Anfang des 6. Jahrhunderts zurückgehen.
Alte Industriebaute und Gebäude zur Erzeugung mechanischer Energie – die Mühlen, die Zementfabrik sowie die Brauerei – bezeugen, dass der Mensch die Gewässer des Flusses Breggia bereits seit dem 17. Jahrhundert nutzt. Besonders erwähnenswert ist die Mühle des Ghitello (1606), dessen Räder sich nun nach 40 Jahren Stillstand wieder drehen.

Für die Errichtung der Wege, die sich auf einer Länge von ungefähr 6 km und einem Höhenunterschied von 300 m bewegen, musste die Farügin Brücke wieder aufgebaut werden. Diese Brücke bildete früher den Übergang zwischen den beiden Ufern und befindet sich auf einer Höhe von 400 Metern über dem Meeresspiegel. Für den Bau dieser Brücke wurden die alten Brückenköpfe verwendet.
Sie bietet eine eindrucksvolle Sicht in das Innere der Schlucht.
Der ideale Ausgangspunkt für eine Besichtigung und Erforschung der Schluchten ist die alte Mühle des Ghitello, die sich hinter den Parkplätzen des Einkaufszentrums Centro Breggia in Balerna befindet.
 
Der Pfad führt zunächst vorbei an dem kleinen See und anschliessend den Fluss entlang. Er passiert die alte Zementfabrik, eine alte Eisenbrücke, die Teigwarenfabrik (Brauerei) und die grosse Zementfabrik Saceba.

Nach der Zementfabrik überquert man den Fluss und steigt das Magnatal hinauf bis zur Spitze des Hügels San Pietro, wo sich die Reste des mittelalterlichen Schlosses und die rote Kirche befinden.  Von hier aus geniesst man eine schöne Aussicht auf die gesamte Parkanlage.
Der Pfad führt dann wieder auf leicht glitschigem Terrain ins Tal zu der alten um 1820 gebaute Strasse.

Nach der Brücke „Punt da Canaa“ erreicht man das Flussbett und die Reste der Mühle von Canaa. Schaut man gerade aus erkennt man, etwas höher gelegen, die neue Brücke von Castello. Diese wurde im Jahr 1997 erbaut und ersetzte die seit 1912 bestehende Eisenbrücke. Von dieser Warte aus kann man auch die Zusammensetzung des Waldes gut erkennen.

Es ist der höchste Punkt des Pfades und von hier beginnt der Abstieg. Auf dem Rückweg von der Mühle von Canaa bis zum Ghitello kann man die Steinschichten im Flussbett aus der Nähe betrachten.
Entlang dieser Strecke gibt es die ältesten Steine des Parkes: Es handelt sich um über 190 Millionen Jahre alte Kieselkalke.

Folgt man dem Fluss weiter hinab, wird der Kalkstein immer ton- und fossilreicher (Ammoniten). Wir möchten aber hierbei darauf hinweisen, dass die Suche dieser Fossilien gefährlich ist und deshalb untersagt wurde.

Am Ende des Abstiegs, am anderen Ufer vor der Brücke des Farügin sind die Rosso Ammonitico Formation und die unterseeische Lawine gut zu erkennen.
Die enge und tiefe Schlucht „Buzun dal Diavul“ (auf Deutsch „die Teufelsschlucht“) überquert man auf einer neuen Brücke, welche die alte Farügin Brücke ersetzt hat. Wenn man weiter absteigt, die rechte Schluchtwand entlang und immer nah am Fels, kommt man bis zur Mündung der Schlucht. Hier sind die roten Radiolarite, den Aptychenkalk und rechts die grosse Biancone Grube zu sehen.

Unten angekommen, läuft man – teils auf einem gefährlichem Felsband – entlang des rechten Ufers, vorbei an der Serie der Scaglia und durchquert dabei einige interessante Biotope. Von hier aus gibt es eine bemerkenswerte Aussicht.

Der Pfad führt anschliessend durch den Wald und folgt parallel, aber etwas höher gelegen, der grossen Biegung des Flusses. Über etwas rutschige Passagen erreicht man wieder die Strasse am Fluss. Der Weg endet schliesslich wieder an der Mühle des Ghitello, wo die jüngsten Ablagerungen zu erkennen sind (Tertiär und Quartär).

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