Ente Turistico del Mendrisiotto e Basso Ceresio - Tessin - Schweiz
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Kunst und Künstler im Mendrisiotto









Was haben jene Künstler gesucht, die um 1925 mit einer plötzlichen Begeisterung von Basel in das Mendrisiotto zogen? Sie lehnten sich an die schöpferische Erfahrung der Gruppe Rot-Blau an, die durch expressive Farben gekennzeichnet war.
Die Region Mendrisiotto und Basso Ceresio bestand damals aus armem Bauernland, wo diese jungen Künstler eine Landschaft von Natur und Menschen mit starken, vollen Farbtönen und warmes, lombardisches Licht vorfanden. Das Mendrisiotto war für sie eine unerschöpfliche und unverfälschte Quelle der Inspiration, die ihnen Anreize für ihre Kunst gab.

Wie damals hat dieses Land auch heute seine Reize: eine Grenzregion, die offen für den Verkehr und für Menschen mit aussergewöhnlich reichen Ressourcen ist, aber die ihre Schätze nicht auf den ersten Blick preisgibt. In Europa gibt es kaum andere Regionen, die innerhalb von wenigen Quadratkilometern einen solchen Reichtum an künstlerischen Zeugnissen bieten können.

Seit Jahrhunderten sind im Mendrisiotto und Basso Ceresio sehr berühmte Künstler, Maler, Bildhauer und Architekten beheimatet: von den bekannten in Rom tätigen Architekten Francesco Borromini, Carlo Fontana und Carlo Maderno und dem in Venedig berühmten Baldassarre Longhena zu den in Frankreich, Russland und Polen arbeitenden Maestri Campionesi, bis hin zu Mario Botta; von den Bildhauern Vincenzo Vela und Apollonio Pessina bis zu Remo Rossi und Ivo Soldini; von den Schriftstellern Francesco Chiesa und Alberto Nessi bis hin zum Naturalisten Luigi Lavizzari und den zahlreichen jungen Künstlern, Malern, Bildhauern, Schriftstellern, Fotografen und lokalen Musikern, die mit ihrer Kreativität in einer Region, die traditionell eine kulturelle Brücke zwischen den bedeutenden Kunstzentren von Mailand, Zürich und Basel schlägt, das künstlerische Leben dort sehr interessant machen.
Auch sind und waren viele Künstler aus dem In- und Ausland in diesem schweizerischen Teil der Lombardei zu Gast: Petra Weiss, Giacomo Puccini, Gerhart Hauptmann und die Helden des italienischen Risorgimento, um nur einige zu nennen.

Als Land der Künstler ist das Mendrisiotto und Basso Ceresio natürlich auch ein Land der Kunst.
Wer eine Region gern zu Fuss erkundet, wird hier in fast allen Orten auf wertvolle Schätze stossen, die sorgsam und in Ruhe betrachtet werden wollen. Im Muggiotal findet man hingegen ein aussergewöhnliches Gebietsmuseum.
Die Hügel dieser Region, die von Olivenbäumen, Weinbergen, dichten Kastanien- und Buchenwäldern übersät, kräftig grün im Sommer und farbig leuchtend im Herbst ist, schliessen Dörfer ein, die echte Schätze der Kunst und Architektur verbergen, wie zum Beispiel die kantonale Pinakothek Züst in Rancate, Casa Cantoni in Muggio, die Palazzi Pollini und Torriani in Mendrisio, die romanische Kirche Sant’Agata in Tremona, die frühchristliche Taufkirche in Riva San Vitale, das Vela-Museum in Ligornetto, das Fossilienmuseum in Meride, die Loggia aus dem 18. Jahrhundert der Casa Allio in Arzo, das Servitenkloster und Kunstmuseum in Mendrisio, die Palazzi Brusata und Loverciano, die Gehöfte von Mezzana und die Villen Puccini und Leoncavallo in Vacallo oder die Einfamilienhäuser berühmter zeitgenössischer Architekten wie Tita Carloni, Ivano Gianola und Mario Botta, die eine Art ideales Wohnmodell für die gebildete Schicht bieten.

Die bukolischen und nostalgisch anmutenden Landschaften dürfen jedoch nicht vergessen lassen, dass dieser Landstrich äusserst modern und dynamisch ist und ein bedeutendes Zentrum der europäischen Kultur darstellt. Dies ist auch der Architekturakademie in Mendrisio, einem kosmopolitischen, humanistischen Zentrum zu verdanken. In dem klassizistischen Palazzo Turconi, dessen Schlichtheit durch einen gigantischen bunten Vogel, ein Werk von Niki de Saint-Phalle, ausgeglichen wird, treffen die Studenten mit solch international berühmten Persönlichkeiten wie Zaha Hadid, Franck Gehry und Massimo Cacciari zusammen.
Die kulturelle Dynamik der Region zeigt sich auch in den zahlreichen Open-Air-Veranstaltungen im Sommer sowie im Programm des Cinema Teatro in Chiasso, einem erst kürzlich restaurierten architektonischen Schmuckstück aus dem Jahre 1935, das nicht nur für Theater- und Kinovorstellungen, sondern auch für zeitgenössischen Tanz- und Musikaufführungen offen ist.
Neben dieser aktiven Kulturwerkstatt, die das Ansehen von Chiasso erneuert, entstand ein originelles Künstlerzentrum: das neue, avantgardistische m.a.x.museo, das sich überwiegend mit den Themen Grafik, Design, Fotografie und Videos beschäftigt, und der Spazio Officina.

Neben diesen Werken bietet die Region Mendrisiotto und Basso Ceresio dem aufmerksamen Besucher auch eine grosse Schlichtheit und Volkskunst, die wir in den zahlreichen Kirchen und Kapellen, in den alten Schneekellern, den Töpfergeschäften, Brennereien und handwerklichen Giessereien, die das reichhaltige Angebot abrunden, wiederfinden. Sie alle zusammen machen aus dieser Region ein wahres Zentrum der Kultur.

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